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Schleifen

Die Schleife gilt vielen als die exzentrische kleine Schwester der Krawatte. Entsprechend seltener ist sie in den Kleiderschränken deutscher Männer, oder gar im Geschäftsalltag anzutreffen. All zu groß erscheint manchen die Gefahr, durch die Wahl eines solchen Accessoires dem Tratsch der Kollegen ausgesetzt zu sein. Wer so denkt, verpasst allerdings eine entscheidende Gelegenheit, seine Garderobe lebhafter, vielfältiger und abwechslungsreicher zu gestalten. Kurz und gut: Schleifen erhöhen den Spaß beim Griff ins Krawattenregal!

In der Fachwelt bezeichnet man die Schleife bisweilen auch als Querbinder, um ein begriffliches Gegenstück zum Langbinder, der Krawatte, verwenden zu können. Auch die von vielen irrtümlicherweise als herabwürdigend empfundene Bezeichnung als Fliege ist durchaus üblich. In Italien nennt man sie liebevoll „cravattino“, was in etwa als „kleine Krawatte“ zu übersetzen wäre. Alle diese Titel meinen dabei exakt das gleiche Accessoire. Schleifen sind in der Regel in zwei Varianten erhältlich: Sogenannte Selbstbinder sind wie auch eine Krawatte vom Träger individuell zu knoten. Vorgebundene Schleifen können dagegen mit einer Häkchen- oder Knopfkonstruktion im Nacken geöffnet und somit in gebundener Form belassen werden. Eine Schleife selbst zu binden ist keine Geheimwissenschaft und einfacher, als man es sich zunächst vorstellen mag — mit ein wenig Übung fällt es nicht schwerer als ein durchschnittlicher Krawattenknoten.

Jede dieser Formen ist auf dieselbe Art und Weise konstruiert. Die Schleife besteht zum einen aus vier in der Regel gleichen Stücken Oberstoff, der sich von dem einer Krawatte meist nicht unterscheidet. In aller Regel kommen Materialien wie bedruckte oder gemustert gewebte Seide, Wolle oder Mischgewebe zum Einsatz. Zum anderen wird sie im inneren durch eine oder mehrere Lagen Wolle, Leinen oder Baumwolle verstärkt. Diese Einlage macht die Schleife resistenter gegen Tragespuren wie Falten und Knicke, zudem lässt sie sich so voluminöser binden. Eine gute Schleife zeichnet sich durch saubere ausgeführte Nähte und gleich bleibende Nahtzugaben aus. Je sauberer hier gearbeitet wird, umso glatter und gleichmäßiger sieht die Schleife im fertigen Zustand —egal ob gebunden oder offen— aus.

Der geringere Platzbedarf der Schleife auf der Hemdbrust sollte dahingehend berücksichtigt werden, dass für die Kombination entweder besonders tief oder besonders hoch schließende Anzugjacken gewählt werden, um, je nach persönlicher Vorliebe entweder das Hemd bewusst in Szene zu rücken oder aber der eigentlich der Krawatte zukommenden Funktion des Verdeckens der Knopfleiste durch das Sakko entgegen zu kommen. Sehr beliebt sind zudem Kombinationen aus dreiteiligem Anzug mit Weste und Schleife. Darüber hinaus ist die Schleife obligatorischer Begleiter zur Abendgarderobe. In schwarzer oder mitternachtsblauer Seide (idealerweise passend zu Sakkorevers und Kummerbund) begleitet sie den kleinen Abendanzug, auch bekannt als Smoking. Möchte man von diesen Farboptionen abweichen, bietet es sich an, die Schleife dem Kummerbund farblich anzupassen. Zum großen Abendanzug, dem Frack ist eine Schleife aus weißem Piquée üblich, die wiederum das Material der Frackweste aufgreift.

Mit einer Schleife lässt sich also ein mindestens so breites Spektrum an Tragegelegenheiten abdecken wie mit einer Krawatte. Egal ob zum dreiteiligen Tweedanzug, zur Abendgarderobe oder zur Tagesgarderobe: Zu jedem Outfit findet sich bestimmt der passende Querbinder. Eine handgearbeitete Schleife von Ascot ist das i-Tüpfelchen für ein elegantes Auftreten!