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Plastron

Die Plastronkrawatte ist heutzutage nur noch selten im Alltag Anzutreffen. Schade eigentlich, ist dadurch doch ein weiteres typisches Herrenaccessoire vom Aussterben bedroht. Zumindest in der formellen Tagesgarderobe, also in Kombination mit Cut, Stresemann und Variationen hiervon, ist die Plastronkrawatte, meist verkürzt Plastron genannt, noch beheimatet und als Alternative zur festlichen Krawatte in regelmäßiger Verwendung. Das Wort beruht auf einer französischen Entlehnung, die ihrerseits auf das lateinische Wort „emplastrum“ zurückgeht. Mit der ursprünglichen Wortbedeutung, die man noch an dem ebenso benannten Brustschutz von Sportfechtern erkennen kann, hat die heutige Verwendung des Plastrons freilich nicht mehr viel zu tun.

In Form und Funktion ist der Plastron einer Krawatte nicht unähnlich, im Aufbau jedoch symmetrisch zugeschnitten, kommt also ohne eine Schmalseite aus. Zudem sind Plastrons in der Regel ungefüttert und stattdessen aus zwei Schichten Oberstoff aufgebaut. Meist verwendet man hierfür einfarbige oder klein gemusterte Seide, um den festlichen Charakter dieses Kleidungsstücks noch zu unterstreichen. Als klassische Farben gelten cremegelb, gold und silber. Plastrons werden „von links“, also auf der späteren Innenseite genäht und anschließend umgestülpt. Diese Verarbeitung ermöglicht weitgehend unsichtbare Nähte und trägt zur festlichen Erscheinung bei.

Die Plastronkrawatte ist eine beliebte Alternative zur festlichen Krawatte zum Cutaway Coat, einer Kombination aus grauer Jacke mit langen, frackartigen Rockschößen und steigenden Revers, hellgrauer oder cremefarbener, ein- oder zweireihiger West und grauer, gestreifter oder karierter Hose. Die Kombination aus Plastron und Cut gilt als festlichste Form der Hochzeitskleidung. Auch zum sogenannten Stresemann, einem schwarzen Jackett mit grau gestreifter Hose, kann die Plastronkrawatte getragen werden und sichert so beispielsweise dem Hochzeitsgast eine sehr stilvolles Auftreten. Kombiniert mit einem festlichen Einstecktuch verfehlt der Plastron zu diesen Outfits seine Wirkung ganz bestimmt nicht.
Aufgrund der immer selteneren Gelegenheiten eine Plastronkrawatte zu tragen und mehr und mehr auch der mangelnden Tragebereitschaft in der Herrenwelt sind Plastrons, deren kompromisslose Qualität zu überzeugen weiß, schwer zu finden. Nur noch eine Handvoll Hersteller ist so wie Ascot dazu in der Lage, exzellente Exemplare herzustellen. Umso mehr offenbart sich anhand eines solchen Accessoires derjenige, der Wert auf das besondere legt.